Neue Gefahr beim Baden: Cyanobakterien (Blaualgen) im See im Strandbad Eriskirch, im Bereich der westlichen Schussenmündung | 14.07.2026
Zitat aus dem neuesten BIRDS-Newsletter:
[A]ktuell gibt es eine neue Hiobsbotschaft für die Region, die für und uns den den Tourismus nichts Gutes bedeutet!
Die Gemeinde Eriskirch warnt Badegäste vor dem Baden im Uferbereich des Strandbads. Dort wurden Blaualgen (Cyanobakterien) nachgewiesen. Cyanobakterien können gesundheitsgefährdende Toxine produzieren. Eine Massenvermehrung tritt meist dann auf, wenn ein nährstoffreiches, warmes und ruhiges Gewässer über einen längeren Zeitraum viel Sonnenlicht erhält. Die Flachwasserzone im Schussendelta bietet diese Voraussetzungen.
Seit Jahren weist die BIRDS darauf hin, dass der Eintrag von Nähr- und Schadstoffen in die empfindliche Flachwasserzone nicht länger hingenommen werden darf. Die wiederkehrenden Algenmassen, Fäulnisprozesse, Schwefelwasserstoff, Methangas und nun auch das Auftreten von Cyanobakterien zeigen, dass dringend gehandelt werden muss.
Wir fordern die zuständigen Behörden auf, wirksame Schutzmaßnahmen zu prüfen – beispielsweise ökologische Leitdämme oder andere geeignete Lösungen, die belastetes Wasser aus den sensiblen Flachwasserbereichen fernhalten können.
Unser Ziel ist klar: Ein gesundes Ufer, sichere Badegewässer und eine nachhaltige Revitalisierung des Schussendeltas – für Mensch und Natur!
Unterstützen Sie unsere Petition, sofern noch nicht geschehen: https://schussendelta-petition.sintra.site/
Abbildung 1: Der Seebereich vor dem Strandbad Eriskirch (hier am Grenzzaun Richtung nordwesten) sieht „clean“ aus: kein Laichkraut und keine Algen an der Oberfläche sichtbar. Dafür jetzt das Problem mit einer gefährlichen Massenvermehrung von Cyanobakterien. Die Phosphatkonzentration betrug hier am Ufer 50 Mikrogramm/Liter (11.7.2026). Foto: BIRDS
Abbildung 2: Blick vom Strandbadsteg Langenargen, Richtung Westen. Massenhaft Laichkraut (das sind die dunkleren Pflanzen unter und über Wasser) durchsetzt mit einigen Grünalgen. Die Phosphatkonzentration war hier wiederholt sehr niedrig mit <20 Mikrogramm/L (11.07.2026). Das ist erklärungsbedürftig. Vermutet wird eine Lenkungswirkung der natürlichen Kanäle im Schussendelta aufgrund des niedrigen Wasserstandes, sodass das Wasser der Schussen in das Tiefwasser ableitet wird. Möglich ist auch, dass das massenhaft wachsende Laichkraut viel Phosphat absorbiert und zu Biomasse umsetzt. Das Wasser der Schussen wies zu diesem Zeitpunkt eine Phosphatkonzentration von 200 Mikrogramm/L auf (11.07.2026).
Zuletzt bearbeitet am 14.07.2026.
